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Mittwoch, 19. April 2017

MODE – Akt der Selbstfindung

die Geschichte der Farben

Ich habe Billi Thanner in ihrem Atelier in Wien getroffen: Ein Gespräch mit der internationalen Künstlerin über das Phänomen Mode als Mittel der Repräsentation und die Geschichte der Farben.

Das Hauptthema deiner Bilder?

Das Hauptthema in meinen Bildern ist die Weiblichkeit. Es geht mir um Gerechtigkeit, Unterstützung, Bewusstmachung und vor allen Dingen um Gleichstellung der Frauen. Ich bin keine Feministin, aber männliche Dominanz ist nach wie vor überall gegeben. In der nächsten Salonausstellung im Museum Angerlehner  (21. Mai bis 30 Juli 2017) mit dem Titel „Die Venus ist gekommen“ thematisiere und hinterfrage ich das Rollenbild der westeuropäischen Frau – das Idealbild der Frau: schön, begehrenswert und göttlich.

Warum die Nähe zur Mode?

Zwischen Kunst und Mode gab und gibt es eine Art ‚Dauerflirt‘. Künstler und Modedesigner inspirieren sich gegenseitig. Der gemeinsamer Nenner dieser beiden, sich nahestehenden Welten sind die Farben. Obwohl sich die Technik der Farbgewinnung im Laufe der Geschichte total verändert hat, gibt es keine Kunst und keine Mode ohne Farben. Trends an Farbvorgaben und die Farben die uns umgeben beeinflussen Designer sowie Künstler gleichermaßen.

Verschwommene Geschlechterrollen – auf den internationalen Laufstegen ist das schon geschehen … 

Bei mir auch. Vor neun Jahren habe ich nach dem Vorbild der Venus von Botticelli eine Figur geschaffen, die beide Geschlechter zeigt. Jeder soll so sein wie er ist und wie er sich empfindet. Ich verurteile niemanden aufgrund seiner sexuellen Neigung – das ist diskriminierend.

Mode – ein Akt der Selbstfindung?

Kleider machen Leute? Der Akt der Verkleidung liegt in unserer Natur. Wir kleiden uns bewusst oder unbewusst, so wie wir eben wirken wollen. Eine Bankangestellte darf nicht mit offenen Schuhen und tiefem Ausschnitt in der Bank arbeiten. Sie muss in ein klassisches Kostüm schlüpfen. Die Frage ist, inwieweit wir unsere Kleidung anpassen bzw. uns verkleiden, um zu entsprechen. Mädchen werden von Anfang an ‚richtig gekleidet‘ und noch dazu in Rosa – das ‚kleine Rot‘.  Wir wollen wieder unser Blau zurück, denn ursprünglich kleideten sich Frauen in der Farbe Blau und Männer in der Farbe Rot. Rot, die Farbe von Blut und Krieg, war eine traditionelle Männerfarbe und im Rokoko war Rosa eine Zeit lang der letzte Schrei der Männermode. Dieser Farbentausch ist das Ergebnis kommerzieller Gehirnwäsche.

Dein(e) Lieblingsdesigner/-in?

Brunello Cucinelli  ist mein Lieblingsdesigner.

Ich würde deinen Kleider-Stil als urban, feminin und lässig bezeichnen. Eine Kurzbeschreibung für Deinen Stil?

Nach Gefühl – bequem – elegant.

Dein Image – im Sinne von Erscheinungsbild?

Immer ‚cool‘ gestylt!

 

Danke für das Gespräch an Billi Thanner / www.billithanner.at / Instagram: @billithanner

Isabella Jaburek-Nourry

 

 

 

 


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