LOOK AT YOU Blog

 

Gabriela Urabl hat vor sieben Jahren das Label Dirndlherz® gegründet und ist bekannt für ihren extravaganten Dirndl-Stil. Individuelle Beratung und Betreuung stehen bei ihr an oberster Stelle. Ich habe sie an ihrem Arbeitsplatz in der Josefstadt besucht und lauter freche, farbenfrohe, wunderschön verarbeitete Dirndl , aber auch sehr elegante Modelle entdeckt. Ein Interview.

 Du nähst Dirndl, die sehr poppig sind. Was bewegt dich dazu, traditionelle Kleidung zu verändern?

Ich wollte das Dirndl ‚entstauben‘, traditioneller Kleidung etwas mehr Schwung verleihen. Ich bin ein schriller Typ, tanze gerne aus der Reihe und möchte den Trachtenmarkt  mit extravaganten, hochwertig produzierten Modellen aufwirbeln.

 Wo beziehst Du deine Stoffe?

Mittlerweile habe ich verschiedene Händler aus aller Welt. Ich kaufe Stoffe in Holland, Japan und auch in Amerika. Ich bin stets auf der Suche nach ausgefallenen Materialien, denn ich liebe  starke Farben und auffällige Prints.

Gibt es den richtigen Dirndl-Typ oder steht das jeder Frau?

Den optimalen ‚Dirndl-Frauentyp‘ gibt es nicht. Es ist das perfekte Kleidungsstück für jede Frauenfigur.  „Würde jede Frau ein Dirndl tragen, gäbe es keine Hässlichkeit mehr“ – mit diesen Worten lobte sogar die  britische Designerin Vivienne Westwood das Dirndl in höchsten Tönen und outete sich als Trachtenfan.

Wusstest du, dass es Wiener Alltags- und Festtagstracht gab?

Ja, das ist interessant, es gab Wiener Tracht. Die Grinzinger, Sieveringer und Döblinger Alltags- und Festtagstrachten sind mir bekannt.

Trägst du selber immer Dirndl oder hast du auch andere Kleidungsstücke im Kasten?

Bei Veranstaltungen trage ich natürlich Dirndl, also meine Kreationen. Sonst trage ich gerne ausgeflippte Kleidung, liebe Mustermix und stöbere gerne auf Flohmärkten. Ich brauche bei meiner Arbeit Bewegungsfreiheit und gleichzeitig auch ein bisschen was Verrücktes.

In unserer digitalisierten Welt verschwindet zunehmend der Bezug zu handgemachter Kleidung. Wie geht es dir damit?

Schlecht, denn jeder möchte individuell sein und im Endeffekt sind alle Leute gleich angezogen. Für persönliche Gestaltung bzw. Styling wird wenig bis gar kein Geld ausgegeben, dabei ist Kleidung doch Kommunikation und individueller Ausdruck! Ich persönlich würde mir mehr modemutige Menschen und mehr Achtsamkeit auf unsere ‚zweite Haut‘ wünschen.

Was packst du ein, wenn du auf Reisen gehst?

Total gemütliche Kleidung, da dominiert ganz stark der Wohlfühlfaktor. Wenn ich frei habe möchte ich nur lesen, essen und schlafen. Wenn mich niemand sieht bin ich gerne im Jogginganzug. Das ist sozusagen das Kontrastprogramm zu meiner schrillen Designertätigkeit.

Danke für das Gespräch an Gabriela Urabl / www.dirndlherz.at

Foto: ©Dominik Trat / Model: Rebecca Rapp / Location: Möbeldepot Wien / Dirndlherz® / Modell: „Flowerpatchwork“ / MakeUp & Hair: Nadja Hluchovsky

(aus der Serie „HANDS and HEART“ 2)

Isabella Jaburek-Nourry Photo by Britta Neubinger 2016 

„Schließe deine Augen, denn jetzt kommt ein sehr starkes Licht, wenn ich die Abdeckung vom Scheinwerfer nehme“, sagte die Fotografin zu mir. „Dieses Licht lässt allerdings fast alle  Fältchen und Linien verschwinden“.

Möchte ich wirklich makellos sein – ohne Mimikfalten, ohne Lebensspuren? Diese Frage ist mir sofort durch den Kopf geschossen.

Makellose Perfektion wird uns andauernd vorgezeigt. Bilder von Frauen mit perfekter Haut, umwerfender Schönheit, tollen Frisuren und außergewöhnlichem Make-up. Täglich lassen wir uns täuschen und hinters Licht führen.

Wir wissen, dass ein großes Team damit beschäftigt ist, um Abbildungen von Models und Filmstars zu retuschieren. Es ist eine Welt des Scheins, eine Welt der makellosen Superfrauen, die  nie einen Bad Hair Day haben oder abgesplitterten Nagellack zeigen.

Wir bekommen eine retuschierte Illusion vorgesetzt und wenden sie meist unreflektiert auf uns selbst an.

Die Folge: Wir sind unzufrieden mit uns, unserem Aussehen und unserem Körper.

Wie können wir diesem Teufelskreis entkommen?

Indem wir uns bewusst machen, dass Medien und Werbung perfekte Menschen vorzeigen, die in Wirklichkeit nicht existieren. Für mich gibt es nichts Langweiligeres als retuschierte Makellosigkeit, daher habe ich auch die Fotografin nach dem Portrait-Shooting gebeten, meine Bilder nur geringfügig zu bearbeiten. 

In meinen Image-Beratungen bin ich stets auf der Suche nach dem Wesen jeder Frau und jedes Mannes – mit dem Ziel, die Persönlichkeit herauszuarbeiten und positiv zu unterstreichen.

Dazu gibt es – zusätzlich zum theoretischen Fundament aus der Attraktivitätsforschung – zahlreiche Tipps und Tricks aus der Praxis und oft sind es nur Kleinigkeiten, die es zu beachten gibt, um sich wohl und attraktiv zu fühlen.

Schönheit ist vergänglich, wie wir wissen, Charme, Humor und Persönlichkeit bleiben aber ein Leben lang!

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.

Liebe Grüße Isabella Jaburek-Nourry

Foto Britta Noibinger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Gutschein

WEIHNACHTEN steht vor der Tür und somit auch die Zeit des Schenkens.

Schenken ist eine schöne Geste. Durch ein Geschenk will man Freude bereiten, Wertschätzung ausdrücken oder wichtige Beziehungen festigen. Schenken ist zwischenmenschliche Kommunikation, zeigt Verbundenheit und Anteilnahme.

Die Suche nach dem optimalen Geschenk gestaltet sich nicht immer einfach. Bei dieser Suche möchte ich Sie gerne unterstützen:

LOOK AT YOU Gutscheine sind liebevoll verpackt, inkl. Kuvert/Geschenkbox, ab einem Wert von € 100,- erhältlich und beispielsweise für eine

Privat-Shopping-Tour, individuelle Farbberatung, Garderobencheck oder Imageberatung einlösbar.

Ein LOOK AT YOU Gutschein sollte eine Herzensangelegenheit sein, denn am schönsten sind Geschenke die wirklich Freude bereiten.

Wenn dann noch ein geheimer Wunsch erfüllt wird, ohne dass man es dem anderen gegenüber geäußert hat, macht das Schenken doppelt Freude.

In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Adventzeit.

Isabella Jaburek-Nourry

Für eine Gutschein-Bestellung E-Mail an style@nulllookatyou.at senden oder 0699 1888 6669 anrufen, ich helfe Ihnen gerne weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KaschmirWenn der Herbst die Blätter färbt, die Nebelschwaden aufsteigen, die Welt grau in grau erscheint, dann ist Kaschmir-Zeit. Das Material fasziniert mich immer wieder aufs Neue, denn Kaschmir besteht aus den feinsten Haaren, die die Natur hervorbringt. Das Naturprodukt ist seidig, federleicht, geruchsabweisend, feuchtigkeitsregulierend und wärmend. Nicht umsonst wird Kaschmir als das ‚Gold der Nomaden‘ bezeichnet.

Die wertvolle Wolle wird ausschließlich von der Kaschmir-Ziege gewonnen. Um den rauen Lebensbedingungen zu trotzen, sind die Ziegen mit einem einzigartigen Fell ausgestattet: Im Sommer schützt es die Tiere vor der Sonne und Staub, im frostigen Winter hat die wärmende Kaschmir-Haarschicht – sie liegt ganz nahe an der Haut – eine isolierende Wirkung.

Die Kaschmir-Gewinnung findet nur einmal im Jahr während des Fellwechsels im Übergang von Winter auf Frühling statt. Die Ziegen werden nicht geschoren, sondern lediglich ausgekämmt. Anschließend wird das Haar nach Farbe und Qualität sortiert, sowie von Schmutz und Fett gereinigt. Im nächsten Arbeitsgang wird die Unterwolle vom gröberen Deckhaar entfernt, sowie von Schuppen und Pflanzenresten befreit. Die gewonnenen Fäden sind ca. 3 bis 9 cm lang und werden anschließend zu Garn versponnen.

Als Personal Shopper bin ich immer wieder auf der Suche nach speziellen Geschäften. In diesem Fall hielt ich Ausschau nach Kaschmirprodukten und habe das Geschäft von Ezio Foradori im 3. Bezirk in Wien entdeckt.

In der Lounge kann man in gemütlicher Atmosphäre einkaufen, ja sogar richtig versinken in der Kaschmirwelt  und von den Weiten der Mongolei träumen. Ezio Foradori steht für hochwertige Kaschmir-Erzeugnisse zu sensationellen Preisen und Nachhaltigkeit. Das Gute daran ist, dass mit dem Erwerb der mongolischen Strickware, die traditionelle Lebensweise der Nomaden unterstützt wird. Ich bin jetzt schon ein großer Fan!                              

Danke für das Gespräch an Matthias Gebauer CEO / www.ezioforadori.com / Foto: zur Verfügung gestellt von Matthias Gebauer

 Personal Shopping – inklusive Beratung bei LOOK AT YOU – Shopping als Erlebnis!

Vereinbaren Sie einen Termin E-Mail: style@nulllookatyou.at / Tel.: 0699/1888 666 9  

Ich freue mich auf Sie!

Isabella Jaburek-Nourry

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

maennermode-im-wandel

Männermode im Rokoko und Barock war berüscht, bunt und schwülstig. Seit dem frühen 19. Jahrhundert zeigt sie sich nüchtern und zurückhaltend. Konservatismus bei der Kleidung als Zeichen des Gentlemans. Nur langsam veränderte sich die Welt der Herrenmode und wurde ein bisschen fröhlicher und freier.

Auch bei der Damenmode hat dies eine Weile gedauert. Coco Chanel war es, die die weibliche Kleidung revolutionierte. Das wissen viele. Sie hat die Frauen vom Korsett befreit und erstmals bequeme Kleidung und Hosen für sie entworfen. Was viele nicht wissen, war ihre Vorliebe für Männermode. Immer wieder griff sie in den Kleiderschrank ihrer Liebhaber und ließ sich von deren Hemden, Jacken und Hosen inspirieren.

Ich stöbere gerne in Herrenmagazinen, um zu sehen was es beim anderen Geschlecht an neuen Trends gibt. Aktuell entdeckte ich: Extreme Looks auf internationalen Laufstegen. Vivienne Westwood etwa schickte ihre Männermodels in Röcken oder Wickelkleidern, rotem Lippenstift und vogelnestartigen Verzierungen auf dem Haupt über den Catwalk. Dolce & Gabbana zeigten Männermode à la James Bond, wobei neben Rennfahrer- und Taucheranzügen auch klassische Garderobe zu sehen war.

Modemutige, topgestylte Herren treten bei den alljährlichen Modemessen in Mailand und Florenz ins Rampenlicht. Und Street-Styles im Big Apple? Dort zeigen Männer abseits der Laufstege ihre Looks. Sie beweisen dabei viel Mut, zeigen Farbe und Stilgefühl.

Es ist ein Spiel zwischen einer Aufweichung der Geschlechtergrenzen, moderner Stadtnomaden, romantischer Nerds, echter Naturburschen oder Großstadtcowboys. Ein wahres Stil-Flimmern an souveräner Eleganz, klassischem Stil, ausgeflippt globaler Trends, Feminisierung der Männermode, Mustermix-Trends oder untragbare Looks, die nur auf dem Laufsteg ihre Daseinsberechtigung haben.

Alles scheint möglich zu sein, man muss sich nur für den typgerechten Stil entscheiden.

Imageberatung – Isabella Jaburek-Nourry

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

massgeschneidert-jpg

Die neue Opulenz in der Mode zeichnet sich weniger durch überladene Details aus als vielmehr durch feinsinnige, von hoher Handwerkskunst bestimmte Kreationen. Das lange Kleid soll mit der Trägerin auf elegante Weise ‚verschmelzen‘ und hohen Tragekomfort aufweisen.

In einem Gespräch mit Goran BUGARIC habe ich versucht, die Ausstrahlung einzufangen, den seine maßgeschneiderten Einzelstücke besitzen. BUGARIC ist es sehr wichtig, dass sich die Kundin in dem maßgefertigten Kleid wohlfühlt. „Sie muss sich gut bewegen können, sonst kommen ihre Eleganz und Schönheit nicht zum Ausdruck“, so BUGARIC.

Die Auswahl der Farben und das Zusammenspiel der einzelnen Materialien sind ebenso entscheidend. Das perfekte Hochzeits-, oder Ballkleid muss wie angegossen sitzen, die Vorzüge der Kundin herausstreichen und ihrer Figur schmeicheln.

BUGARIC steht für Hingabe zur Mode und Schneiderhandwerk auf hohem Niveau. Die Selektion an hochwertigen Materialien, die Liebe zum Detail und die genaue Verarbeitung bis zum letzten Stich, geben jedem Einzelstück seine Besonderheit. Der Entstehungsprozess geschieht immer im Einklang mit seinen Kundinnen.

Da ist er, der Mythos direkt in Berührung zu kommen mit einem Stück aus Meisterhand. Egal ob im Designeratelier oder im Kunstatelier, wir wünschen uns, vom Meister selbst bedient zu werden. Es steckt immer ein Stück eines unerklärlichen Phänomens in einer Sache, die aus den Händen eines echten Spezialisten stammt. Wer solch ein Stück besitzt, steht mit dieser Genialität immer auf geheimnisvolle Weise in Verbindung. Das verleiht einen Hauch von Glamour und das Gefühl etwas ganz Besonderes zu besitzen.

Danke an Goran BUGARIC für das Gespräch www.bugaric.com  / Photo Jelena Radenkovic  www.jelenaradenkovic.com

(aus der Serie „HANDS and HEART“ 1)

 

 

 

 

 

Kleider aus purem Egoismus zu entwerfen klingt für mich exzentrisch. Bei Irina Hofers Design ist Egoismus  Ausgangspunkt und treibende Kraft hinter ihren umwerfenden Kleiderentwürfen.

Ein Gespräch mit der Designerin über Mut, Weiblichkeit und Nachhaltigkeit.

 

 

Du hast dich der Silhouette der frühen 60-er verschrieben. Warum?

Ich liebe die schmale Silhouette der frühen 60-er, schöne Details und extravagante Dekolletés. In erster Linie entwerfe ich Kleider für mich selbst. Ja, es ist ein egoistischer Ausgangspunkt, denn ich stelle mir immer die Frage, ob ich es selbst tragen würde. Das Kleid muss das gewisse Etwas haben, sich abheben von normaler Stangenware. Der Zugang zum Design bin ich selbst.  

Spielt Weiblichkeit in deiner Mode die größte Rolle?

Kleidung ist eines der effektivsten Mittel zur Selbstpräsentation. Es gibt viele Frauen die bewusst ihre Persönlichkeit und Weiblichkeit unterstreichen möchten. Ich beobachte bei den Anproben immer wieder, dass sie sich in meinen Modellen plötzlich ganz anders bewegen. Es ist wie eine Verwandlung, aber keine Verkleidung. Schließlich benutzen viele Kundinnen meine Kleider als Werkzeug, um genau jenen Wirkungswunsch zu erzielen, den ich transportieren möchte: das Gefühl, als Frau völlig im Mittelpunkt zu stehen.

Auf vielen Fotos wirken deine Kleider sehr sexy. Wie viel Mut und welche Einstellung braucht frau um sie zu tragen?

Ein gesundes Selbstbewusstsein und Zufriedenheit mit der eigenen Figur sollten vorhanden sein. Das gilt zumindest für die extravaganteren, figurbetonten Entwürfe. Körpernah sind fast alle meine Schnitte, aber in meiner Kollektion gibt es auch Modelle mit weit schwingenden Röcken. Der Fokus liegt dann auf Dekolleté und Körpermitte und nicht auf Oberschenkel oder Po. Aus schnitt- und arbeitstechnischen Gründen ist es mir im Moment leider nicht möglich über Größe 42 zu produzieren.

Sich selbst neu entdecken, Lust auf Lifestyle oder Interesse an Mode ist die richtige Einstellung. Ich mag es, wenn meine Kundinnen Kleider für einen bestimmten Anlass suchen und sich nicht ganz sicher sind, was sie brauchen.  Ich rate immer verschiedenste Modelle auszuprobieren, denn Material, Schnitt und Look eines Kleides bilden erst in Verbindung mit der Trägerin eine Symbiose.

 

Kleidung ist eines der effektivsten Mittel zur Selbstpräsentation.

 

Unser Leben gleicht manchmal eher einem Parcours, den es zu bewältigen gilt. Casual Wear und Sneakers prägen das Straßenbild. Dein Modestil steht in einem scharfen Kontrast dazu. Glaubst du, dass es wieder mehr Sehnsucht nach Eleganz gibt?

Eleganz und Stil kommen nie aus der Mode. Ich glaube, dass jede Frau  das tragen sollte, was sie braucht. Ich spüre nicht so viel Hunger nach Eleganz.  Meine Kundinnen sind zufrieden mit sich selbst und wissen genau was sie wollen. Meine Kleider sind wie ein Instrument für sie, und Kleidung strategisch einzusetzen finde ich total in Ordnung.

Sind deine Kleider vielseitig einsetzbar?

Bereits beim Entwurf ist die Frage der Vielseitigkeit relevant: Ist das jeweilige Modell für die Oper, für eine Firmenfeier oder für einen eleganten Anlass tauglich? Ist es auch businesstauglich? Tatsache ist, dass meine Modelle bei jeder Frau anders wirken. Es liegt in der Hand der Trägerin, wie sie es kombiniert und präsentiert. Ja, sie sind vielseitig einsetzbar – sie sind sehr wohl businesstauglich, aber auch umwerfend am Abend in der Cocktailbar. 

 

Deine bestechend klare Linie und hohe Qualität an Verarbeitung sind ein Markenzeichen deines Labels. Welche Materialien, Farben und Schnitte verwendest Du?

Für Businesskleider verwende ich anschmiegsamen Viskose-Jersey. Das Material ist fest, dehnbar und angenehm zu tragen.  Alle Stoffe kommen von europäischen Lieferanten. Es gibt viele wunderbare kräftige Farben, aber keine Pastellnuancen. Die Standardfarben sind rot, dunkelrot, mittel- und dunkelblau, fuchsia, im Winter auch dunkelgrün und natürlich schwarz. Alle Farben sind gut kombinierbar – ideal für jede Basisgarderobe. Spezielle Farbwünsche können gerne auf Bestellung erfüllt werden.

In jeder Kollektion kommt wunderschöner Seidensatin für leichte Tops und Blusen zum Einsatz. Die Stoffe sind hell, in eleganten Pastelltönen oder leicht gemustert. Corsagekleid, Etuikleid, Shiftkleid und Princesskleid dienen als Basisschnitte in meinen Kollektionen. Die Rockformen sind schmal oder weit. Die Taille ist immer betont und bei der neuen Kollektion spiele ich mit verschiedenen Variationen von Abnähern. Je nach Farbe des Materials kommen die Abnäher mehr oder weniger zur Geltung. Der Nachhaltigkeitsanspruch zieht sich bei Material und Fertigung durch. Ich setze mich mit diesem Thema auseinander und es ist mir wichtig, dass der Produktionsprozess transparent und nachvollziehbar ist.

Was trägst Du, wenn dich niemand sieht?

Chanel Nr.5 (lacht). Ich trage einen Morgenmantel aus Seide mit Kimonoschnitt. Er ist leicht, schön, fühlt sich gut an und ist sehr bequem. 

Deine größte Modesünde?

Modesünde ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, denn ich war mutig und experimentierfreudig. Sehr gut kann ich mich an eine teure Miss Sixty Jean mit aufgesteppten Flammen erinnern. Die war wirklich sehr schräg. Wie ich mich heute kleide, das ist das Resultat eines längeren Entwicklungsprozesses.

 

Vielen Dank für das Gespräch an Irina Hofer / www.irinahofer.com

Fotos von Ursula Schmitz / www.ursulaschmitz.com 

Für Kooperationen oder Informationen schreiben Sie mir an mailto:style@nulllookatyou.at    ich freue mich auf Ihre Nachricht.

Isabella Jaburek-Nourry

(aus der Serie „HANDS and HEART“ 3)

Ich habe Madame Teixeira, die Frau des französischen Botschafters, im wunderschönen Palais am Schwarzenbergplatz besucht und mit ihr über französischen Stil, Eleganz und Dresscodes gesprochen. Ein interessanter Einblick.

Madame Teixeira, sind Sie modeinteressiert?

 Ja, sehr.

War das immer schon so?

Nein, das war nicht immer so. Mein Interesse für Mode wurde erst als Studentin in Paris geweckt. Als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer Studentengruppe war es wichtig, gut gekleidet zu sein. In dieser Zeit begann ich als Assistentin einer Modejournalistin für die Zeitung Le Monde zu arbeiten. Später war ich auch für das Unternehmen Revlon tätig. Da habe ich viel über Mode gelernt und Gespür für Stil entwickelt.

Haben Sie einen Lieblingsdesigner?

Nein, ich habe keinen Lieblingsdesigner.

Was bedeutet für Sie Stil?

Stil bedeutet für mich die Fähigkeit, Kleidung unterschiedlicher Stilrichtungen gekonnt zu mischen. Ich nenne das ‚mix and match‘. Teure Designerware oder Kleider aus dem Secondhand Shop mit unbekannten Labels so zu kombinieren, dass ein guter Gesamtlook entsteht. Ein ‚Overall-Look‘ wird dadurch vermieden, denn alles nur von einer einzigen Marke zu zeigen, wirkt meist langweilig. Zu gutem Stil gehören natürlich das richtige Make-Up, eine gepflegte Frisur und passende Accessoires. ‚Overdressed‘, übertrieben angezogen zu sein, kommt für mich nicht in Frage.

Ihr Stil in drei Worten?

Diskret – elegant – eklektisch.

Mode ist ein Spiegelbild?

Mode ist immer ein Spiegelbild. Ein Spiegelbild sozialer Gruppen, ein Gefühlsbarometer oder Ausdruck einer Lebensweise – ‚way of life‘.

Müssen Sie als Frau des Botschafters einen strengen Dresscode einhalten?

Nein, überhaupt nicht. Ich kann total frei agieren, aber als Repräsentantin und Frau des Botschafters ist es für mich selbstverständlich bei Empfängen gut gekleidet zu erscheinen. Ich mache das bewusst, da es für mich zum guten Ton gehört. In meiner Garderobe befindet sich genug Kleidung für alle möglichen Anlässe. Es gibt keinerlei Vorschriften und ich werde auch nicht kontrolliert. In Paris gibt es für die Frauen der Botschafter, vor der Entsendung in das Ausland, ein kurzes Training. Das ist alles.  

In diplomatischen Kreisen wird Wert auf passende Kleidung und gepflegtes Äußeres gelegt (lt. Einladung für eine UNO-Konferenz, Anm. Autorin).  Das Erfüllen dieser Rollenerwartung wird als Bestandteil guter Umgangsformen angesehen. Wie organisieren Sie Ihre Garderobe bzw. nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Kleidung für offizielle Empfänge in der Botschaft aus? Gewähren Sie uns einen Einblick?

Bezüglich Kleiderordnung für Diplomaten ist es vielleicht sinnvoll, zwischen Karrierediplomaten und Diplomaten, die nicht vom Außenministerium entsendet werden, zu unterscheiden. Bei Karrierediplomaten spielen Dresscodes – mein Mann trägt immer Anzug, Hemd mit Doppelmanschetten und Krawatte – sicher eine größere Rolle. Wir empfangen hier, in dieser wunderschönen Residenz am Schwarzenbergplatz, ganz unterschiedliche Gäste: Minister, Künstler, Wissenschaftler, Musiker und Diplomaten aus der ganzen Welt. Ich möchte, dass sich unsere Gäste wohlfühlen und ich kleide mich, wie bereits erwähnt, diskret und elegant. Ich habe eine große Garderobe. Im Laufe der Zeit habe ich viele Erinnerungsstücke in der ganzen Welt gesammelt: Schmuck aus Senegal, Schuhe aus Paris, Kleider von unserem Aufenthalt in Portugal, um nur einige Beispiele zu nennen. Bisher habe ich alle Kleider und Accessoires behalten. Irgendwann kommt alles wieder in Mode.

Elegante Menschen zeigen einen eher reduzierten Kleiderstil. Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr. Inès de la Fressange, Frankreichs Stil-Ikone schlechthin, hat das in ihrem Buch bestätigt. Sie hat mich unlängst zu meinem Haarschnitt inspiriert. Wer inspiriert Sie? Schauspielerinnen, Stil-Ikonen?

Eigentlich niemand, nicht einmal meine Mutter hat mich inspiriert. Im Laufe der Zeit entwickelte ich meinen eigenständigen Stil. Zur Anregung lese ich gerne Modemagazine und Fashion-Blogs.

Bei Stil, Eleganz und äußerem Erscheinungsbild geht es in erster Linie um die ‚Gesamtoptik‘. Zuerst sollte jedoch die Person gesehen werden und dann erst das Kleid, der Anzug, die Accessoires. Sind teure Marken ein Garant für einen stilvollen Auftritt?

Nein, überhaupt nicht. Markenware alleine genügt nicht, denn es zählt das Zusammenspiel von Manieren, Bewegung, Kleidung, Sprechweise und der Person selbst.

Französinnen haben das Image sehr elegant zu sein. Sie schaffen es eine spezielle Ausstrahlung, gepaart mit natürlichem Chic, zu haben. Sie zeigen Eleganz und Stilsicherheit und wirken dabei ganz gelassen. Anscheinend liegt das an der Einstellung zur Schönheit, die Kunst das Leben zu genießen – das Savoire-vivre – und vor allem an der Denkweise über sich selbst. Wie sehen Sie als Französin dieses ‚Außenbild‘?

Ja, das stimmt. Wir haben diesen Ruf und sind stolz darauf. Es hat schon viel mit unserer Lebenseinstellung zu tun. Wir lieben es, uns gut zu kleiden, mit Freunden zusammen essen, auszugehen und das Leben zu genießen. Wenn ich in Paris bin treffe ich mich sehr gerne mit meinen Freundinnen zum Einkaufen und Bummeln. Wir achten auf ein gepflegtes Äußeres und auf gute Manieren. Allerdings zeigt sich das Straßenbild in der Modehauptstadt Paris sehr unterschiedlich. Nicht jede Frau kann sich ständig neue Kleider leisten und gestylt im Café sitzen. Das ist auch eine Frage des Einkommens und des Milieus.

Britinnen mögen sich kecker und ‚more crazy‘, Italienerinnen klassischer und Amerikanerinnen perfekter kleiden. Französinnen zeigen meist gekonnten Stilbruch und scheinen keinem Modediktat zu folgen. Als Frau des Botschafters haben Sie in unterschiedlichen Ländern gelebt. Können Sie diese skizzierten Bilder bestätigen?

Wir haben in fünf verschiedenen Ländern gelebt. Die skizzierten Bilder stimmen nur bis zu einem gewissen Grad. Es kommt darauf an, wo man sich befindet: Im Stadtgebiet oder auf dem Land. In den Städten ist die Bevölkerung sicherlich modebewusster. In Moskau, um ein Beispiel zu nennen, trifft man auf modern gekleidete Menschen. Nur zehn Kilometer von der Stadt entfernt, sieht man Frauen mit den typisch buntgemusterten Kopftüchern. Das Stadt-Land-Gefälle fand ich immer sehr interessant. Mode ist ein Mittel der Kommunikation, aber sie funktioniert nicht in allen Ländern und Regionen gleich. Mode macht kulturelle Hintergründe, spezifische Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen sichtbar. Allerdings werden ästhetische Ideale auch mit Hilfe von Massenmedien verbreitet und führen zu vereinheitlichten Geschmacksmustern.

Es gibt nichts besseres als seinen eigenen persönlichen Stil zu entwickeln. Was würden Sie einer ambitionierten Person raten? Womit beginnt man am besten?

Ich würde sagen, mit der Körperbewegung. Eine stilvolle Person muss sich entsprechend bewegen können. Eine korrekte Körperhaltung verhilft zu einem selbstbewussten Auftritt. Sprache und Wortwahl sind ebenso von Bedeutung. Manieren dürfen auf keinen Fall fehlen. Korrekte Kleidung, dezentes Make-Up und eine guter Haarschnitt sind ausschlaggebend für ein attraktives Auftreten. Das Zusammenspiel aller genannten Faktoren ergibt schließlich ein positives, harmonisches Gesamtbild. Eine Stil- und Imageberaterin zu buchen ist sehr zu empfehlen und eine Einkaufstour mit einem Privat-Shopper kann Wunder wirken.

Welche Mode-Basics oder Stil-Klassiker würden Sie jeder Frau empfehlen?

Einen Bleistiftrock, klassischen Blazer-Mantel, schwarze Hose, weiße Bluse, eine gut passende Jean, Blazer, eine schlichte Handtasche und last but not least das Kleine Schwarze.

Danke für das Gespräch an Madame Teixeira da Silva in der Französischen Botschaft in Wien / www.ambafrance-at.org

Isabella Jaburek-Nourry